Rauswurf aus der Kabine und hoheitliche Bordgewalt

Der Rauswurf eines Passagiers aus der Kabine ist nur dann gerechtfertigt, wenn ein Sicherheitsrisiko besteht. Befinden sich alkoholisierte, aggressive oder auffällige Passagiere an Bord, begleitet das Sicherheitspersonal im Auftrag des Kapitäns im Rahmen seiner Weisungsbefugnis betreffende Fluggäste hinaus und betreut diese weiter. Handgreiflichkeiten oder Auseinandersetzungen während des Fluges können durch eine Notlandung durch den Piloten unterbunden werden. Insoweit hat der Kapitän ein Ermessen, ob und wie er einschreitet. Er hat an Bord die Polizeigewalt nach dem Staat des Sitzes der Airline entsprechend dem Abkommen von Tokio v. 24.9.1963.  Am nächstgelegenen Flughafen werden Störenfriede dann auf eigene Kosten von Bord geholt. Zudem drohen bei deutschem Recht Ermittlungen wegen einer Straftat bzw. Ordnungswidrigkeit .

Mehr: Führich Ernst, Reiserecht, 7. Auflage 2015, § 35 Rn. 35 (Hoheitliche Bordgewalt und Weisungsbefugnis)